Der Besuch der alten Dame

Der Besuch der alten Dame

"Nun sind wir alt geworden, beide,
du verkommen und ich von den Messern
der Chirurgen zerfleischt, und jetzt will ich,
dass wir abrechnen, beide: Du hast dein
Leben gewählt und mich in das
meine gezwungen. Du wolltest, dass die
Zeit aufgehoben würde, eben, im Wald
unserer Jugend, voll von Vergänglichkeit.
Nun habe ich sie aufgehoben, und nun will
ich Gerechtigkeit, Gerechtigkeit für
eine Milliarde."


Der Bürgermeister: "Ich lehne im Namen der Stadt Güllen das Angebot ab. Im Namen der Menschlichkeit. Lieber bleiben wir arm denn blutbefleckt."
Claire Zachanassian: "Ich warte."

Güllen. Eine Kleinstadt, verarmt, heruntergekommen, verwahrlost.
Eine letzte Hoffnung! Claire Zachanassian kommt zurück in diese Stadt, die Stadt Ihrer Jugend. Sie kommt als Milliardärin, und die Stadt ist gewillt alles zu unternehmen, um Spenden aus ihr herauszuholen.. Doch als sie sich tatsächlich bereit erklärt, eine Milliarde zu spenden, entpuppt sich die eine Bedingung, die Claire Zachanassian stellt, als inakzeptabel: Sie fordert die Gerechtigkeit.
Dadurch spricht sie ein Todesurteil aus, stiftet die Stadt durch Bestechung zum Mord an. Ill, einer der ersten Bürger der Stadt, soll gerichtet werden, weil er vor Jahrzehnten leugnete, der Vater von Claires Kind zu sein, sie zur Flucht aus der Stadt verdammte und so ihre Karriere durch die Bordelle Hamburgs bis zur Milliardärin begründete. Das alte Unrecht und das Claire dadurch entstandene Leid sollen nun für eine Milliarde wieder gutgemacht werden.
Obwohl der Bürgermeister das Angebot feierlich ablehnt, so weiß die alte Dame doch ganz genau, dass der Klang von einer Milliarde die ganze Stadt wie ein Ohrwurm verfolgt. Sie kann beruhigt warten und zusehen, wie die Bürger sich an den Bestechungsgeldern bereichern, obwohl das Todesurteil noch nicht vollstreckt wurde.

Das Stück behandelt Charakterzüge, die wir alle in uns tragen: Rachsucht, Gier, Egoismus. Claire kauft aus Rachsucht die ganze Stadt auf, lässt sie verarmen, um zu einem späteren Zeitpunkt den Mord im Austausch gegen Reichtum und Glück einzufordern. Die Güllener vertrauen darauf, dass irgendjemand den "Schuldigen" richten wird, ganz nach dem Motto "Irgendwie wird's schon gehen" und leben den Reichtum, bevor sie den Mord begehen. Dadurch zeigt sich ganz deutlich, wie verfallen die Moral des Ortes durch die Gier nach Reichtum und die jahrelange Armut ist. Noch heute sind überall auf der Welt Menschen für den Transfer in ein reiches Land wie die USA oder Europa bereit, sehr, sehr weit zu gehen. Ill schließlich ist auch nicht unschuldig, da er aus Egoismus sein Kind verleugnete und Claire zu einem Leben als Prostituierte verdammte. Viele Schuldige und wenig wirkliche Gerechtigkeit zeichnen dieses Stück aus, wie unser Leben.

Team

Claire Zachanassian, geb. Wäscher Esthermaria Butz - Gatte VII Harald v. Beringe - Gatte VIII Harald von B. - Gatte IX H. von Beringe - Der Butler Martin Peter Goldinger - Gefolge Martin Marenich / Florian Geschl, Roland Rodinger, Leopold Rotter - Ill Korbinian Gleixner - Seine Frau Nathalie Russegger - Seine Tochter Stefanie Kucsko - Sein Sohn Nikolaus Rössner - Der Bürgermeister Jan Ledóchowski - Der Pfarrer Wolfgang Cerny - Der Lehrer Robert Koukal - Die Ärztin Maica Wurmböck - Der Polizist Michael Lorenz - Die Erste Mesi Richter - Der Zweite Kostas Papageorgiou - Die Dritte Marietta Steinhart - Der Vierte Jakob Scholz - Der Maler Jacob Chavanne - Eisenbahner Georg Kucsko - Pfändungsbeamter Alexander Belcredi - Radioreporter Georg Hufgard - Kameramann Stephan Pirkl / René Salim

Bearbeitung und Regie Alexander Belcredi - Bühnenbild Paul Mayr - Bühnenbau Reinhard Haym, Herbert Czermak - Kostüme und Maske Margherita Belcredi - Lichtregie Stephan Pirkl - Beleuchtung Stephan Pirkl, René Salim - Ton Georg Hufgard - Grafikdesign Konrad L. Zirm - Programmheft Lumia Töpfer - Koordination Martin Thomas Pesl

„Der Besuch der alten Dame”

Theater (Eigenproduktion)

Ort

TGM

Termine

# 1 Fri, 13.02. 2004 20:00 Uhr
# 2 Mon, 16.02. 2004 20:00 Uhr
# 3 Tue, 17.02. 2004 20:00 Uhr
# 4 Wed, 18.02. 2004 20:00 Uhr

Auf der Bühne

  • Claire Zachanassian Esthermaria Butz
  • Gatte VII, Gatte VIII, Gatte IX Harald v. Beringe
  • Der Butler Martin Peter Goldinge
  • Gefolge Martin Marenich
  • Gefolge Florian Geschl
  • Gefolge Roland Rodinger
  • Gefolge Leopold Rotter
  • Ill Korbinian Gleixner
  • Seine Frau Nathalie Russegger
  • Seine Tochter Stefanie Kucsko
  • Sein Sohn Nikolaus Rössner
  • Der Bürgermeister Jan Ledóchowski
  • Der Pfarrer Wolfgang Cerny
  • Der Lehrer Robert Koukal
  • Die Ärztin Maica Wurmböck
  • Der Polizist Michael Lorenz
  • Die Erste Mesi Richter
  • Der Zweite Kostas Papageorgiou
  • Die Dritte Marietta Steinhart
  • Der Vierte Jakob Scholz
  • Der Maler Jacob Chavanne
  • Eisenbahner Georg Kucsko
  • Pfändungsbeamter Alexander Belcredi
  • Radioreporter Georg Hufgard
  • Kameramann Stefan Pirkl
  • Kameramann René Salim

Team hinter der Bühne

  • Bearbeitung und Regie Alexander Belcredi
  • Bühnenbild Paul Mayr
  • Bühnenbau Reinhard Haym
  • Bühnenbau Herbert Czermak
  • Kostüme und Maske Margherita Belcredi
  • Lichtregie, Beleuchtung Stephan Pirkl
  • Beleuchtung René Salim
  • Ton Georg Hufgard
  • Grafikdesign Konrad L. Zirm
  • Programmheft Lumia Töpfer
  • Koordination Martin Thomas Pesl